Moderne Usability Optimierung

Dass Güter, Geräte, vor allem hoch technische Erzeugnisse einem Test auf ihre Gebrauchstauglichkeit unterzogen werden – dem Usability-Test -, ist nichts Neues. Zwar assoziieren Webdesigner sofort mit der Usability einer Firmenhomepage und noch mehr eines Online-Shops, aber auch Staubsauger oder Fahrräder werden auf ihre Nutzerfreundlichkeit getestet, und das findet schon sehr lange statt. Ein Usability-Test stellt eine empirische Evaluation dar, im Gegensatz zu einem analytischen Verfahren, etwa dem Cognitive Walkthrough, bei dem theoretisch die Handlungsabläufe des Nutzers vorweg gedacht werden. Die Usability-Tests von Webauftritten wurden in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren standardisiert, nichtsdestotrotz findet auch bei den Tests eine Entwicklung statt, um Usability wesentlich schneller optimieren zu können.

Szenariobasierte Usability-Tests

Da Entwickler die Schwachstellen ihres Projektes gern übersehen (müssen), weil sie es viel besser kennen als der unbefangene Nutzer, müssen eben solche Nutzer als Testpersonen herhalten. Für deren Auswahl werden mögliche Kandidaten befragt, inwieweit sie ähnliche Projekte bereits kennen oder ob sie überhaupt zur potenziellen Zielgruppe gehören. Dann erledigen sie typische Aufgaben mit der Webseite und dokumentieren (am besten durch lautes, aufgezeichnetes Sprechen) die Schwachstellen und Vorzüge der Seite. Bei Online-Shops hat sich herausgestellt, dass ein Abbruch von Käufern vielfach kurz vor dem Bezahlvorgang erfolgt, und dann innerhalb einer Sekunde. Dieses Szenario richtig zu deuten und Verbesserungen des Shops zu implementieren ist die Aufgabe des klassischen, szenariobasierten Usability-Tests.

Live-Optimierung mittels User-Tracking

Es geht aber noch besser und effizienter, wenn nämlich ein permanentes User-Tracking durchgeführt wird. Moderne, innovationsorientierte Unternehmen gehen längst diesen Weg. Dabei wird das Verhalten jedes einzelnen Nutzers analysiert, was technisch zwar in der Implementierung nicht unaufwendig ist, im späteren Verlauf aber sehr kostengünstig ausgewertet werden kann. Die Tools stehen zur Verfügung und erledigen die Arbeit automatisiert, entscheidend ist lediglich die Vorgabe des Trackings durch die Betreiber. So könnten sich Online-Shop-Betreiber für zwei Bereiche vorrangig interessieren: Auf welche Weise werden Besucher auf meinen Shop aufmerksam, und wo brechen sie ihre Käufe ab? Wenn das mittels User-Tracking herausgefunden wird, kann der Shop an diesen Stellen behutsam, während des Betriebes, optimiert werden, indem nachts kurze, angekündigte Relaunches stattfinden. Das Tracking wird fortgesetzt, auf diese Weise kann eine Webseite in kürzester Zeit ihren optimalen Auftritt erreichen.